Predigt von Pastor Matthias Lasi für den 4. Sonntag nach Trinitatis, 5.Juli 2020

Liebe Gemeinde,
“Wie du mir, so ich dir” und “auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil”. „Wie man in den Wald hinein schreit, so kommt es wieder heraus“. Sicher gibt es im Russischen und im Ukrainischen ähnliche Sprichworte.

Die jüngere Generation drückt es viel deutlicher aus: “Du musst ein Schwein sein in dieser Welt!” heißt es in einem neueren Schlager der Gruppe „Die Prinzen” aus Dresden. Du musst ein Schwein sein, du musst gemein sein, um in dieser Welt überleben zu können.

Du musst dich durchsetzen. Schon im Kindergarten fängt es an. Man muss sich behaupten, darf sich nicht alles gefallen lassen. Man darf nicht gutmütig sein, sonst wird man ausgenutzt. Seit ich hier in Kiew bin habe ich den Eindruck, dass dieser Satz hier noch aktueller ist als in Deutschland.

Liebe Gemeinde, das sind Erfahrungen, die den Forderungen der ersten Lesung zu widersprechen scheinen.
Diese Sätze aus dem Römerbrief wäre auch nur oberflächlich verstanden, wenn man in ihm ausschließlich die Forderung hören würde: Lass alles mit dir machen um des lieben Friedens willen. Halte Frieden um jeden Preis, wehre dich nie!

Von Dulden und sich nicht wehren ist in diesen Sätzen nicht die Rede. Viel mehr gebraucht Paulus hier Worte, die Aktivität widerspiegeln, z.B.: Man soll etwas geben oder das Böse überwinden.

Wenn ich etwas überwinden möchte, muss ich aktiv werden, brauche ich Kraft und Energie.
Paulus ruft nicht zum Nichtstun auf, sondern er appelliert an die Vernunft und ans Gewissen.
“Vergeltet nicht Böses mit Bösem” ist ein Appell an die Vernunft. Soweit muss es mit etwas Vernunft einsichtig sein, dass kein dauerhafter Friede möglich ist nach dem Motto: “Wie du mir, so ich dir.”

Man muss viel eher das, was man für den Frieden tun will abschätzen. Man muss in der jeweiligen Situation überlegen, was kann ich tun, um Frieden zu erhalten. Wie reagiere ich angemessen, damit nicht eins zum andren kommt? Soll ich lieber einmal mehr den Mund halten, wenn mir jemand krumm kommt, oder soll ich mit gleicher Münze heimzahlen?

Freilich, manchmal ist es nicht gut, einfach den Mund zu halten. Es gibt Situationen, in denen ist es auch im Interesse des anderen, zu widerstehen und sich nicht alles gefallen zu lassen. Manchmal müssen Grenzen gesetzt werden. Manchmal muss man riskieren, dass Gräben aufbrechen und Unfriede entsteht.

Paulus predigt hier keinen unbedingten Pazifismus. Er fordert keinen Verzicht auf Gewalt und Durchsetzung.
Paulus bleibt realistisch: “Ist’s möglich, so viel an euch liegt, so habt mit allen Menschen Frieden.” Paulus ist sich der Grenze der eigenen Friedensbemühungen wohl bewusst.

Die Grenze kann in der Feindseligkeit des anderen liegen. Hier gilt der Spruch aus Schillers Wilhelm Tell: “Es kann der Frömmste nicht im Frieden bleiben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt.” Nur so viel an mir liegt muss und kann ich für den Frieden tun.

Die Friedfertigkeit kann auch an eine Grenze kommen, an der ich in der Gefahr stehe, mein Christsein und meine Freiheit aufzugeben. Wenn ich aus falsch verstandener Friedfertigkeit heraus nicht mehr wage, Unrecht beim Namen zu nennen.

Dem Liederdichter Johann Heermann war dieser Umstand bewusst. Er bittet in seinem Lied, das wir vorher gehört haben: “Lass mich mit jedermann in Fried und Freundschaft leben, soweit es christlich ist.”

Mit allen Menschen Frieden halten zu wollen, ist einleuchtend und vernünftig. Dieses Bestreben mündet in den Aufruf zum Verzicht auf Rache. Gewalt erzeugt Gegengewalt. Rache setzt nur all zu leicht eine Spirale der Vergeltung in Gang, die nur noch sehr schwer aufzubrechen ist.

Dagegen empfiehlt Paulus die Feindesliebe: “Wenn deinen Feind hungert, gib ihm zu essen; dürstet ihn, gib ihm zu trinken. Wenn du das tust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln.
Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.”

Böses mit Gutem überwinden ist etwas, das meistens sehr schwer fällt. Mit dieser Forderung appelliert Paulus an das Gewissen. Die Feindesliebe ist ein Appell an das Gewissen des Feindes und daher fällt sie so schwer. Es ist riskant, seinem Feind Gutes zu tun, weil man nicht weiß, wie es ankommt.

Nimmt er es sich zu Herzen, oder bleibt alles beim Alten?
Feindesliebe zu üben kann in der Praxis völlig verschieden aussehen. Auszüge aus einem Gedicht von Walter Toman können das verdeutlichen:

Dir schlägt dein Bruder in dein Gesicht.
Was tust du dann?
Du weißt, was die Bibel sagt.
Halt ihm die andere Wange hin!
Das sagt die Bibel.
Und wahrlich, wenn du es tust, dann ist es gut. Dann haut dir dein Bruder eine zweite runter,
von der anderen Seite,
und wenn du benommen bist davon,
dann lachen die andren aus ganzem Herzen.
(…)
Du hast gemerkt, ganz heimlich, dass der zweite Schlag
schon schwächer war als der erste.
Und wenn er es nicht war, dann rede dirs ein.
Jedenfalls halt ihm wieder die erste hin,
die erste Wange, und wenn du nur richtig lächelst dabei,
ganz ohne Zorn, ganz gütig,
dann wird der folgende Schlag, der Schlag auf die erste Wange,
wieder ein wenig unsicherer sein.

Nur wenn das nicht ist,
wenn der dritte Schlag schon wieder
besser sitzt als der zweite und erste,
und wenn die Zuschauer herzhafter lachen als früher,
und wenn dein Bruder dich weiter schlagen wird wie ein Hündlein,
dann leg ihn hin, deinen Bruder,
mit einem Schlag auf das Kinn.
Dann warst du nicht in der rechten Arena
für dieses Bravourstück Christi.
Und lächeln musst du, wenn du den Kinnhaken gibst.
Ganz gütig lächeln musst du dabei,
ganz ohne Zorn.
Nachher kannst du ihm aufhelfen, deinem Bruder.

Diese Abschnitte machen darauf aufmerksam: Den Feind mit Gutem versöhnen geht nicht immer. Böses mit Gutem überwinden kann manchmal auch heißen, Widerstand zu leisten, nicht alles mit sich machen lassen. Es hängt von der Situation ab, wie ich reagiere.

Im Gedicht heißt es so schön: “Wenn der zweite Schlag schon schwächer ist, dann wehre dich nicht. Wenn er aber besser sitzt und stärker ist, dann schlag zurück”.
Manchmal muss dem Bösen eine Grenze gesetzt werden.
Manchmal kann es nötig sein, im Interesse anderer einzuspringen und stellvertretend für andere dem Bösen zu wehren. Für einen Menschen, der ausgenutzt wird und sich nicht wehren kann, den Mund aufzumachen.

Dabei stellt sich natürlich immer die Frage, wie weit kann ich gehen und wie weit muss ich gehen? Sicher muss ich nicht jedes Mal wie im Gedicht den anderen k.o. schlagen, aber manchmal kann das nötig sein. “Und dann kannst du ihm aufhelfen, deinem Bruder” heißt es im Gedicht. Bei allem Widerstehen, bei allem sich zur Wehr setzen bleibt immer noch die Möglichkeit zur Versöhnung. Und die sollte man sich nicht verbauen.
Amen

Predigt von Pastor Klaus van der Grijp für den 3. Sonntag nach Trinitatis, 28.Juni 2020

¬¬1.Mose 18, 1 – 8
Hebräer 13, 1 – 3

Unsere Einstellung gegenüber fremden Leuten – wie ist die eigentlich? Die Begegnung mit Fremden kann bei uns Verwunderung erregen: sie sind anders als wir, haben andere Sitten, kochen gerne andere Speisen als wir, sprechen wohl auch eine andere Sprache.

Die Begegnung kann auch Ärger hervorrufen. Die Fremden benehmen sich vielleicht als ob sie hier zu Hause wären – und dem ist doch nicht so. Wir möchten wirklich lieber “unter uns” sein! So schillert unsere Einstellung gegenüber Fremden zwischen positiv und negativ.

Interessant ist was die Sprachwissenschaft uns erzählt über das Wort “Gast” – also ein willkommener Fremde.”Gast” hängt zusammen mit dem lateinischen Wort “hostis”, ein Feind! Das selbe Wort kann in zwei Sprachen entgegengesetzte Bedeutungen bekommen!

Als um die Verwirrung noch grösser zu machen, bedeutet das englische Wort “host” weder Feind noch Gast, sondern Gastgeber, denjenigen, der Gäste empfängt!

Ja, und nun lesen wir im Hebräerbrief, bei den Ermahnungen zur brüderlichen Liebe, den folgenden Satz: “Gastfrei zu sein vergesst nicht, denn dadurch haben einige ohne ihr Wissen Engel beherbergt.”

Ist Gastlichkeit denn wirklich so wichtig? Im Alten Orient war sie das gewiss. In einer Zeit, als die Welt noch nicht so schön geordnet und durchorganisiert war, konnte man als Reisender eine leichte Beute für Diebe und Mörder werden.

Dem Fremden ein Unterkommen anzubieten bedeutete dann, dass man ihn in Schutz nahm und ihm Sicherheit gewährleistete, als wäre er ein Mitglied der eigenen Familie. Orientalische Gastlichkeit! In mehreren Religionen gilt sie als heilige Pflicht.

Für die Aufnahme von Fremdlingen in den Volksstamm hat es bestimmte Rituale gegeben. Die Ureinwohner Australiens begingen das Tanderrum, eine Feier, wodurch der Fremde so gut wie ein Familienmitglied wurde. Und wer die Indianerbücher von Karl May gelesen hat, erinnert sich sicher, wie der Häuptling Winnetou mit seinem weissen Bruder Old Shatterhand Blutbruderschaft schloss. Bei manchen slavischen Völkern gibt es noch heute ein Willkommensritual mit Brot und Salz.

Im Gesetz des Mose werden drei Kategorien von Menschen dem besonderen Schutz der jüdischen Frommen empfohlen: die Witwen, die Waisen und – die Fremdlinge.

Da gibt es ein Buch des Alten Testaments, das sich speziell mit der Geschichte einer fremden Frau beschäftigt: das Buch Ruth, das in rührender Weise erzählt, wie die Moabiterin in die jüdische Familie aufgenommen und dann sogar zur Stammmutter König Davids wurde.

Oder denken wir einmal an die Witwe zu Zarfat, im phönizischen – also nicht jüdischen – Land (1. Könige 17). Es herschte Hungersnot, und sie hatte gerade noch genug Mehl und Öl, um für sich und ihren Sohn einen Kuchen zu backen. Aber indem sie bereit war, zuerst den ihr unbekannten Juden Elia zu bewirten, geschah bei ihr das Wunder: Mehl und Öl gingen bei ihr nicht zu Ende!

Die drei Fremdlinge, die bei Abraham zu Besuch kamen – das ist wohl die berühmteste Geschichte über die Gastlichkeit im Alten Testament (1. Mose 18). “Ein wenig Wasser und einen Bissen Brot” bot Abraham ihnen an. Dann aber buk seine Frau ihnen einen Kuchen aus feinstem Mehl, und er schlachtete ein zartes, gutes Kalb als Festmahl für seine Gäste. Dass hinter diesem Besuch noch ein grosses Geheimnis steckte, geht aus dem Ablauf der Geschichte hervor.

Die Gemeinschaft mit Gott erfährt der Fromme als ein Bei-Gott-zu-Gast-sein. Im 23. Psalm heisst es: “Du bereitest mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbst mein Haupt mit Öl, du schenkst mir voll ein. Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar!”

Das Neue Testament erzählt uns mehrmals von Mahlzeiten, wo man dem Gast den Ehrenplatz einräumte und ihm die besten Speisen servierte. Dass man dem Gast nach einer ermüdenden Wanderung die Füsse wusch, gehörte selbstverständlich zum Ritual. Und wie gross war das Erstaunen der Jünger Jesu als sie sahen, dass nun ausgerechnet der Meister anfing, ihnen die Füsse zu waschen.

Ganz besonders rührend ist in dieser Hinsicht die Geschichte von den Emmausjüngern. Sie sind von Jerusalem her auf ihrem Heimweg, wenn sie einen unbekannten Wanderer treffen, der mit ihnen ins Gespräch geht. Es steckt wiederum ein wunderbares Geheimnis dahinter, ebenso wie bei den drei Männern aus der Abrahamgeschichte.

Den Emmausjüngern hat das Herz im Leibe gebrannt, aber dessen wurden sie sich erst nachher bewusst. Sie luden den Unbekannten bei sich zu Hause ein. “Bleibe doch bei uns, denn es will Abend werden und der Tag hat sich geneiget!” Ein Akt der Gastfreunschaft! Und dann am Tisch hebt sich auf einmal der mysteriöse Vorhang: Der Eingeladene ist selber der Gastherr – er verteil das Brot, dankt Gott dafür und gibt es ihnen.

Hat nicht der Menschensohn gesagt: “Ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir zu essen gegeben, ich bin ein Fremdling gewesen und ihr habt mich aufgenommen?” In der Gestalt des unbekannten Fremdlings offenbart sich der auferstandene Christus!

“Gastfrei zu sein vergesst nicht,” so lesen wir im apostolischen Brief an die Hebräer. Denn … nein! Meint nun nicht, dass dein Gast aufeinmal die Maske herunterziehen und sagen wird: “Ätsch! Ich bin Jesus Christus! Jetzt habe ich euch aber hineingelegt …”

Der Fremde bleibt der Fremde, der er von Anfang an schon war. Aber eine positive Gesinnung zu Fremden gehört zur Noblesse eines Christen. In der Andersartigkeit des Fremdlings steckt ein Geheimnis, das uns auch helfen kann, uns selber besser zu verstehen.

Fremde gibt es in der heutigen Welt mehr als je zuvor. Das erklärt sich durch die ungeheure Menge der Flüchtlinge, die Haus und Herd verlassen mussten auf der Flucht vor Hunger und Gewalt. Nach Angabe der Vereinten Nationen sind es schon über siebzig Millionen. Sie sind jetzt auf die Barmherzigkeit anderer Völker angewiesen, für die sie in mehrerer Hinsicht Fremde sind: durch ihre Kultur, ihre Sprache, ihre Religion.

Jordanien, ein Land mt fünf Millionen Einwohnern, beherbergt zur Zeit 600.000 Flüchtlinge; Libanon, mit knapp sieben Millionen Einwohnern, versucht anderthalb Millionen Flüchtlingen ein Obdach zu bieten. Europa, mit 740 Millionen Einwohnern, tut sich schwer, wenn sich nun wieder ein Gummiboot mit Flüchtlingen aus Libyen unsern Häfen nähert!

Wie wird man in unserm Kontinent der apostolischen Ermahnung aus dem Hebräerbrief gerecht werden? “Gastfrei zu sein vergesset nicht!” Die Ukraine zählt bis heute kaum Flüchtlinge aus Afrika oder aus dem Orient. Dafür gibt es bei uns Fremde anderer Art, etwa der Juden. Viele sind in vergangenen Jahrhunderten nach Osteuropa gezogen, weil sie meinten hier Sicherheit zu finden.

Sicherheit für den Fremdling? Ich glaube, wir haben da im 21. Jahrhundert noch viel dazu zulernen. Passt auf! Durch ihre Gastfreiheit haben manche ohne es zu wissen Engel beherbergt!

Predigt von Pastor Matthias Lasi für den 2. Sonntag nach Trinitatis, 21 . Juni 2020

Liebe Gemeinde,

manchmal hält uns Gottes Wort mit unscheinbaren Sätzen einen kritischen Spiegel vor. Manchmal entdeckt man beim Nachdenken über Bibelworte plötzlich eine Seite, die man so noch nie gesehen hat. Worte, die man bisher überlesen hat, berühren plötzlich persönlich.

 

Diese Rede Jesu hat zwei Teile. Der erste Teil überrascht: Gott wird gelobt, weil er seine Wahrheit nicht offenbart hat den Weisen und Klugen. Stattdessen hat er sie den Anderen offenbart, die hier ‚Unmündige’ genannt werden.

 

Das kann uns überraschen, wenn wir diese Worte ernst nehmen. Entweder haben wir die Wahrheit Gottes verstanden, dann sind wir Unmündige oder wir sind weise und klug, dann haben wir Gott nicht verstanden. Und für diesen Konflikt dankt Jesus.

 

Müsste er nicht eher Gott daraus einen Vorwurf machen, dass die Weisen und Klugen derart diskriminiert werden. Und überhaupt: Immer diese Pauschalierungen.

Wer sind denn die Unmündigen?

 

Damals waren es eigentlich alle außer den Männern. Alle anderen hatten nichts zu sagen. Damals galt vor Gericht das Wort einer Frau nichts. Eine Frau war Besitz ihres Mannes. Kinder störten, selbst die Jünger wollten sie wegschicken als man sie zu Jesus brachte.

 

Wenn wir uns in die Zeit von Jesus zurückbegeben, gelangen wir in eine von Männern dominierte Welt. Das müssen wir beachten, wenn wir die biblischen Sätze über die Geschlechterrollen lesen und verstehen wollen.

 

Wir müssen uns von dieser Rede Jesu fragen lassen: Wie ernst nehmen wir diese Sätze? Glücklicherweise leben wir heute in einer anderen Zeit. Frauen haben dieselben Rechte wie Männer. Aber das ist nicht unbedingt eine Errungenschaft der Kirche. In den Kirchen treffe ich leider auf die Meinung, Frauen könnten keine guten Pfarrerinnen sein. Warum? Hat Gott ihnen seine Weisheit vorenthalten? Kann der Heilige Geist nicht auch durch Frauen wirken?

 

Nein, Gott macht keine Unterschiede! Er ist für alle Menschen da, und er wendet sich in besonderer Weise denen zu, die Zuwendung brauchen, den Zöllnern und Sündern, den Samaritern und heidnischen Hauptleuten, den Kranken und Armen, der auspowerten Landbevölkerung und den nicht geachteten Frauen.

Ihnen gilt in besonderer Weise der zweite Teil unseres Textes. Die Seligpreisung von Mühseligen und Beladenen, die in besonderer Weise von Jesus eingeladen werden.

 

Der erste Teil ist liturgisch geprägt. Ein Gebet, in dem sich Jesus als der erwiest, der in enger Verbindung mit dem Vater steht. Der zweite Teil, der so genannte Heilandsruf ist ein Wort der Einladung an die Menschen, die ihre Last nicht tragen können. Sie sollen erquickt werden.

 

Manchmal reicht ja schon so ein Tag, der damit beginnt, dass wir im Stau stehen und zu spät ins Büro kommen, wo dann der Kopierer nicht funktioniert, Telefon und Türklingel nicht stillstehen, der Kollege ausrastet, weil ihm alles zu viel wird, manchmal reicht so ein Tag, um einen in den Zustand zu versetzen, dass man glaubt, dem ganzen Leben nicht gewachsen zu sein.

 

Aus all dem Trubel, aus all dem Kuddelmuddel des Alltags, wird uns Jesus nicht herausnehmen. Er wird nicht alle unsere Probleme lösen. Jedoch wenn wir uns an Jesus orientieren, lernen wir die Gewichtungen im Leben anders zu setzen. Was zählt wirklich? Sind es die Erwartungen der anderen? Soll ich den Erwartungen nachkommen? Das bedeutet: Immer gut angezogen, immer gute Laune, immer fröhlich, mich nie müde und überfordert zeigen.

 

Wenn wir ehrlich sind, beugen wir uns diesen Erwartungen und wir stellen sie unausgesprochen auch an unsere Mitmenschen. Und doch tief in uns wissen wir, eigentlich überfordern wir uns und eigentlich kommt es nicht darauf an immer perfekt zu sein. Jesus geht es nicht um Perfektion. Es geht ihm nicht um Erfolg oder irgendeinen neuen Maßstab aufzustellen.

 

Jesus will, dass die Mühseligen und Beladenen erquickt werden, erfrischt werden, dass sie ihre Last leichter tragen können.

Das Wunderbare ist die Aussage Jesu: Ich bin sanftmütig und demütig und ihr könnt von mir lernen – und: es kann schön werden, wenn wir das Joch Jesu tragen lernen.

 

Ich muss zugeben, dass dieser Satz mich erst einmal stutzen lässt. Sanftmut und Demut lernen, in einer Welt, in der Sanftmut lächerlich ist, in der man stark bleiben muss, sich durchsetzen soll. Demut ist für viele Unterwürfigkeit.

 

Dann aber spüre ich, wie wohltuend es sein kann, wenn ich mir nicht jede Provokation zu Herzen nehme. Wenn ich akzeptiere, dass es Menschen gibt, die mich nicht mögen und ich ihnen dann trotzdem freundlich entgegentreten kann.

 

Demut und Sanftmut ist der Mut, sich nicht immer und überall durchzusetzen, sondern die stark zu machen, die in dieser Welt als schwach gelten.

 

Gottes freie Gnade gilt den Mühseligen und Beladenen. Gott hat eine Schwäche für die kleinen Leute. Er schaut besonders auf die, denen die Last ihres Alltags schwer auf den Schultern liegt.

 

“Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht”, sagt Jesus.

Das Joch ist ein landwirtschaftliches Gerät. Tiere tragen es, um eine Last zu tragen oder zu ziehen. Die Wasserträger früherer Zeiten trugen auch ein Joch auf ihren Schultern. An der Wasserstelle wird es abgelegt, um sich erholen zu können.

 

Viele evangelische Pfarrerinnen und Pfarrer tragen – wie ich heute –eine Stola. Bei den Priestern der katholischen und orthodoxen Kirche gehört sie zur Amtskleidung. Dieses Stück Stoff, das über den Schultern liegt, ist kein Zeichen zur Dekoration, weil ein wenig Farbe so schön aussieht. Die Stola soll an diesen Satz erinnern: Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir, denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.”

 

Die Last, die Jesus auferlegt ist leicht. Er bündelt alle Gesetze und Gebote in dem einen:

“Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt”.

Dies ist das höchste und erste Gebot.

Das andere aber ist dem gleich: “Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst”.

In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.

 

Konzentriere dich mit deinem Leben und Denken auf Gott. Vertraue ihm! Und die Last verteilt Jesus auf mehrere Schultern. Wir sind aufgerufen zur Solidarität. Gerade in diesen schwierigen Wochen und Monaten.

 

Ich bin dankbar, dass wir Mittel haben, um einander zu helfen und Lasten wenigsten ein wenig leichter zu machen. Ich bin dankbar für unsere Freunde in Deutschland, die uns zur Seite stehen.

Amen

Predigt von Pastor Matthias Lasi für den Sonntag nach Trinitatis, 14. Juni 2020

Predigt

Ich bin immer wieder überrascht und erstaunt über den schonungslosen Realismus der biblischen Denker und Schreiber. Ich gebe aber zu, dass man diesen Realismus nicht gleich auf den ersten Blick beim Lesen entdeckt.

 

Als ich unseren heutigen Text seit langem zum ersten Mal wieder las, dachte ich: Das ist ja Kommunismus in Reinform. Alle haben dasselbe, alle sind gleich, ein Herz und eine Seele. Kling zu schön, um wahr zu sein.

 

War es wirklich so bei den ersten Christen? Oder beschreibt Lukas in der Apostelgeschichte das Idealbild einer christlichen Gemeinde? Sie lebten in völliger Harmonie zusammen. Ein Herz und eine Seele, sogar wenn’s ums Geld geht herrscht schwesterliche und brüderliche Einigkeit. Keiner hatte Mangel.

Soweit der Abschnitt unserer Lesung zur ersten Gemeinde in Jerusalem.

 

Liest man weiter und nimmt die folgenden Sätze dazu, ergibt sich ein anderes Bild. Es wird geschrieben von einem Ehepaar,

Hananias und Saphira. Sie gehörten zur Gemeinde, verkauften ihren Acker und übergaben den Verkaufserlös den Aposteln für die Gemeinde. Jedoch einen Teil des Geldes behielten sie heimlich für sich.

 

Hier schimmert durch: So einfach und perfekt war es schon damals nicht. Auf der einen Seite steht das Ideal von christlichem Zusammenleben. Auf der anderen Seite gibt es die Realität unserer nur allzu menschlichen Empfindungen und Bedürftigkeiten.

 

Mich erinnern diese Sätze an unser Zusammenleben im Kleinen wie im Großen. In unseren Partnerschaften, Familien, Gemeinden, ja auch im Staat. Jedes Programm, jeder Plan, jedes Vorhaben und jede Beziehung müssen mit Leben gefüllt werden.

 

Was nützen die sinnvollsten Regeln, wenn nur wenige sie beachten? Eine Regierung kann mit den besten Vorsätzen und den sinnvollsten Zielen starten, wenn ihr jedoch das Vertrauen ihres Volkes fehlt, wird sie wenig bewirken.

 

Ohne ein gewisses Maß an Vertrauen können auch wir hier nicht als St. Katharina überleben. Ich danke Ihnen daher an dieser Stelle für das Vertrauen, das Sie dem Kirchenvorstand und mir entgegenbringen.

 

Noch ein Zweites ist mir bei unserem Textabschnitt aufgefallen: Im ersten Teil wird von der Menge der Gläubigen berichtet, um dann im zweiten Abschnitt vom vorbildlichen Verhalten des Josef, genannt Barnabas, zu erzählen.

 

Dieser Barnabas begegnet uns noch einige Male in der Apostelgeschichte.

 

Als der Apostel Paulus nach seiner dramatischen Lebenswende wieder nach Jerusalem zurückkehrte, wollten ihn die anderen Apostel wohl aus Sorge nicht aufnehmen. Man hatte Angst vor dem ehemaligen Christenverfolger. Warum soll der einstige Feind und Verfolger nun sich zum Freund und Unterstützer gewandelt haben?

 

Barnabas war es, der den Mut hatte, Paulus aufzunehmen und ihm den Zugang zur Gemeinde zu ermöglichen. Von da an war Barnabas ein enger Begleiter des Apostel Paulus.

 

Mir scheint, als wäre dieser Barnabas eine der wichtigen Vertrauenspersonen der damaligen Gemeinde gewesen. Selten wird sein Name genannt. Aber wenn genannt, dann in Verbindung mit großer Verantwortung.

 

Barnabas überbringt Spenden an die verarmte Gemeinde in Jerusalem. Er beurteilt die Situation in neu entstehenden Gemeinden und gibt sein OK, dass dort alles in Ordnung ist. Sicher war das nicht alles was er geleistet hat.

 

Mit Barnabas lernen wir einen Menschen kennen, der im Verborgenen die Gemeinde leitet und unterstützt. Sicher war er die gute Seele der jungen Gemeinden. Derartige Personen gibt es in jeder Gemeinde. Menschen, die großes Vertrauen genießen, die jedoch in der Öffentlichkeit nicht gerne hervortreten. Sie haben ein offenes Ohr und ein aufmerksames Herz für die Anliegen und Nöte der anderen. Sie erkennen, wo Hilfe notwendig ist und helfen unauffällig.

 

Auch in unserer Gemeinde gibt es solche guten Seelen.

Menschen, die im Hintergrund und oft unbemerkt für das Wohl unserer Gemeinde große Leistungen vollbringen. Leider bekommen sie viel zu wenig Dank und Anerkennung, weil sie sich im Hintergrund einsetzen.

 

Spontan könnte ich einige Personen aufzählen. Es wäre mir jedoch sehr peinlich und an dieser Stelle wäre es auch ein großer Fehler, wenn ich bei der Aufzählung jemanden vergessen würde. Trotzdem möchte ich allen danken, die sich für unsere Gemeinde St. Katharina einsetzen.

 

Von allen diesen vielen, starken Schultern wird unsere Gemeinde getragen, sei es mit der Pflege unseres Kirchengebäudes, der Ausarbeitung von Beiträgen für den Gemeindebrief, dem Einsatz in der Kinder- und Jugendarbeit, dem Chor, der Gemeindeleitung bis hin zu allen gut gemeinten Anregungen und dem Gebet unserer Freunde, die unterstützend an uns denken. Sicher ließe sich diese Aufzählung fortsetzen.

 

Alle gemeinsam prägen wir die Atmosphäre unserer Gemeinde. Alle zusammen sind wir die Gesichter von St. Katharina. Haben Sie herzlichen Dank! Gott segne Sie dafür.

Amen

Predigt von Pastor Klaus van der Grijp für den Sonntag Trinitatis 7. Juni 2020

4. Mose 6, 22 – 27; 2. Korinther 11, 11 – 13

Gesegnet werden ist eine Erfahrung, die das ganze Leben umfasst. Ein gesegneter Mensch entdeckt auch in dunklen Zeiten irgendwann das Licht des Segens.

 

Um welche Bereiche des Lebens es sich da handeln kann, lesen wir beispielsweise im 5. Buch Mose, wo an einer Stelle (28, 3 – 14) zehn Bereiche des Lebens aufgezählt werden: ein Katalog der versprochenen Segnungen, ähnlich wie wir im selben Bibelbuch an die zehn Gebote erinnert werden.

 

“Gesegnet wirst du sein in der Stadt, gesegnet wirst du sein auf dem Acker, gesegnet wird sein die Frucht deines Leibes, der Ertrag deines Ackers und die Jungtiere deines Viehs, deiner Rinder und deiner Schafe.” In diesem Stil werden dann insgesamt zehn göttliche Segnungen aufgelistet.

 

Die Vielfalt der Segnungen kann aber auch in knapper, konzentrierter Form zum Ausdruck gebracht werden. So finden wir sie in dem Segensspruch, mit dem ein lutherischer Pfarrer jeden Gottesdienst abzuschliessen pflegt, und dessen Wortlaut aus dem vierten Buch Mose herrührt.

 

Man nennt ihn gemeinhin den priesterlichen Segen, weil es die Aufgabe der Priester gewesen sei, diesen Segen zu vermitteln. Es ist nicht der Priester, der segnet, auch nicht der Pfarrer. Gott sagt den Priestern: “Ihr sollt meinen Namen auf die Israeliten legen, dass ich sie segne.”

 

Der Name Gottes, dieser geheimnisvolle, unausprechliche Name, den unsere Bibelübersetzung mit “der HERR” übersetzt, darin liegt der Urgrund allen Segens. Wenn der Priester den Segensspruch sagt, so legt er damit den Namen des Allerhöchsten auf das Gottesvolk.

 

Es sind drei Sätze, von denen jeder mit diesem Namen anfängt, und die in ihrer Dreizahl das ganze Leben des Gesegneten umfassen: der HERR, der HERR, der HERR. Im priesterliche Segen gibt es drei Kernworte: “Der HERR behüte dich” – also Schutz! “Der HERR sei dir gnädig” – also Gnade! “Der HERR gebe dir Frieden!” Schutz, Gnade und Friede umfassen die Fülle des göttlichen Segens.

 

Wann der Spruch entstanden ist, ist schwer zu sagen. Interessant ist aber ein archäologischer Fund in einer Grabhöhle östlich von Jerusalem aus dem 6. oder 5. vorchristlichen Jahrhundert. Auf zwei kleinen Röllchen aus Silberblech waren die Worte des priesterlichen Segens graviert.

 

In der Mitte jeder Rolle war je ein Loch gebohrt, so dass ein Faden durchgezogen und die Objekte als Anhänger um den Hals getragen werden konnten. Man hat den Toten angeblich die Bitte um Schutz, Gnade und Frieden bis ins Grab mitgeben wollen: ein Zeichen dafür, dass der Segensspruch allgemein bekannt war und dass er im jüdischen Glauben jener Zeit eine Rolle spielte.

 

Nun ist es gewiss kein Zufall, dass der priesterliche Segen aus drei Sätzen besteht, so wie es auch kein Zufall sein kann, dass im 5. Buch Mose zehn Gebote und zehn Bereiche des Segens aufgelistet werden. Die Zahl 10 hängt offensichtlich damit zusammen, dass der Mensch zehn Finger hat, an denen man die einzelnen Gebote und Segnungen nachzählen konnte; und hinter der Zahl 3 steckt wohl ein anderes Geheimnis, das nicht so leicht zu erforschen ist. Aber wir wissen doch: “Aller guten Dinge sind drei!”

 

Ja, und nun hat man bei der Zusammenstellung des evangelisch-lutherischen Lektionars gerade diesen priesterlichen Segen für den Sonntag Trinitatis ausgesucht: also müsste der dreifache Segenswunsch im Namen des HERRN irgendwie mit dem christlichen Begriff der Dreieinigkeit im Zusammenhang stehen!

 

Im Voraus darf es uns klar sein: der Gott der Bibel, der Gott Israels, ist einer und einzig. “Höre, Israel, der Herr ist unser Gott, der Herr allein “(5. Mose 6, 4). Das ist das fundamentale Bekenntnis jedes gläubigen Juden. Es gibt keinen Gott ausser ihm. Aber dieser eine und einzige Gott hat verschiedene Formen, in denen er sich dem Menschen bekannt gibt.

 

An so manchen Stellen des Alten Testaments lesen wir über den Engel des Herrn, der als sein Botschafter zu uns kommt, von dem aber anschliessend gesagt wird, Gott selber habe da gesprochen. Ebenso sendet Gott sein Wort, und von diesem Wort sagt er: “Es wird nicht wieder leer zu mir zurückkommen, sondern wird tun was mir gefällt, und ihm wird gelingen wozu ich es sende” (Jesaja 55, 11). Also auch hier: das Wort als Gesandter, als Botschafter Gottes.

 

Ein anderes Beispiel ist die Weisheit Gottes. Im Buch der Sprüche (8, 22 – 23) wird die Weisheit redend aufgeführt: “Der Herr hat mich schon gehabt am Anfang seiner Wege, ehe er etwas schuf, von Anbeginn her. Ich bin eingesetzt von Ewigkeit her, im Anfang, ehe die Erde war.” Wiederum sehen wir: die Weisheit ist göttlich, ja sie ist keine andere als Gott selber.

 

Und wie dürfen wir den Geist Gottes verstehen? Der Geist Gottes, der im Anfang über dem Wasser schwebte? Er ist Gott selber, es wird aber trotzdem gesondert von ihm gesprochen. Der Engel Gottes, das Wort, die Weisheit, der Geist … Es sind unterschiedliche Formen, worin ein und derselbe Gott sich seiner Schöpfung bekannt gibt.

 

Wenn wir nun den Sprung vom Alten Testament in das Neue Testament wagen, so lässt sich gut verstehen, warum dort Jesus Christus das Wort Gottes genannt wird: “Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott” (Johannes 1, 1). Und das menschgewordene Wort, Jesus Christus, sagt kurz vor seiner Erhöhung am Kreuz: “Und nun, Vater, verherrliche du mich bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war” (Johannes 17, 5).

 

Von diesem selben Jesus Christus heisst es nach seiner Auferstehung: “Er blies auf seine Jünger und spricht zu ihnen: Nehmet hin den heiligen Geist!” Es ist der Geist, der – infolge eines alten Glaubensbekenntnisses – aus dem Vater und dem Sohn hervorgegangen ist.

 

Gott Vater, Sohn und heiliger Geist – jawohl, da haben wir was im Christentum die Dreieinigkeit genannt wird. In späteren Jahrhunderten habe die Kirchenlehrer den scheinbaren Widerspruch zwischen den Dreien, die trotzdem eins sind, mit philosophischen Begriffen deutlich zu machen versucht. Die Bibel belässt es einfach beim Geheimnis des Glaubens.

 

Allerdings haben sich manche Lehrer gestritten um die Bedeutung der geheimnisvollen Aussage aus dem 1. Johannesbrief: ‘Drei sind es, die es bezeugen: der Geist, das Wasser und das Blut; und diese drei stimmen überein.” Ist das nicht doch eine verdeckte Anspielung auf die Dreieinigkeit Gottes?

 

Vater, Sohn und Geist: Es ist wiederum die mysteriöse Dreierzahl, die wir schon im priesterlichen Segensspruch gesehen haben und womit noch heute die lutherischen Pastoren ihre Gemeinden segnen.

 

Der Apostel Paulus hat uns aber aufgrund des christlichen Glaubens einen anderen Segensspruch vorgeschlagen, der in den reformierten Gemeinden beliebt ist. Paulus beschliesst seinen 2. Korintherbrief mit den Worten, die wir heute als unsern Wochensprch gehört haben: : “Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des heiligen Geistes sei mit euch allen.”

 

Gnade, Liebe und Gemeinschaft werden uns zugesagt, wie im priesterlichen Segen Schutz, Gnade und Friede. Ich wünsche uns allen einen gesegneten Sonntag Trinitatis.

Predigt von Pastor Matthias Lasi am Fest der Himmelfahrt des Herrn 21. May 2020

Himmelfahrt

Apostelgeschichte 1,9-11
9 Und als Jesus das gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf, weg vor ihren Augen.
10 Und als sie ihm nachsahen, wie er gen Himmel fuhr, siehe, da standen bei ihnen zwei Männer in weißen Gewändern.
11 Die sagten: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und seht gen Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg gen Himmel aufgenommen wurde, wird so wiederkommen, wie ihr ihn habt gen Himmel fahren sehen.

Epheser 1, 20-23
20 Gott hat an Christus gewirkt, als er ihn von den Toten auferweckt hat und eingesetzt zu seiner Rechten im Himmel
21 über alle Reiche, Gewalt, Macht, Herrschaft und jeden Namen, der angerufen wird, nicht allein in dieser Welt, sondern auch in der zukünftigen.
22 Und alles hat er unter seine Füße getan und hat ihn gesetzt der Gemeinde zum Haupt über alles,
23 welche sein Leib ist, nämlich die Fülle dessen, der alles in allem erfüllt.

Predigt
Wo ist der Himmel? über uns ist richtig. Aber wenn wir so fragen, fragen wir eigentlich nach dem Ort, an dem Gott wohnt.

Wo wohnt Gott? Weil wir uns das so schwer vorstellen können, gibt es ein paar Bilder, die uns helfen, das zu begreifen. Ein Bild ist das von der Himmelfahrt Jesu aus der Apostelgeschichte. Ein anders finden wir im Epheserbrief: Jesus ist zu Gott zurückgekehrt und hat den Platz zur rechten Seite Gottes eingenommen.

Himmelfahrt Jesus heißt also: Jesus ist zu Gott zurückgekehrt.
Jetzt sitzt er zur Rechten Gottes. Er herrscht über die Welt. Er hat alles unter Kontrolle. Als Sinnbild für diese Welt stellen Sie sich einen Globus vor.

Der Globus, den es zur Zeit Jesus gegeben hätte, hätte ganz anders ausgesehen. Da hättest du Deutschland vergeblich gesucht. Da gab es das römische Weltreich und in der Ukraine vielleicht die Kosaken.

Wenn ich mir heute einen Globus kaufen würde, in spätestens zehn Jahren wäre er wieder veraltet. Deswegen drückt die Himmelfahrt einen sehr schönen Gedanken aus: Die Welt und der Globus ändert sich, aber der Himmel bleibt gleich. Die Länder und die Herrschaftsverhältnisse ändern sich laufend. Die Herrschaft Jesu Christi hat ewigen Bestand: Die Herren dieser Welt gehen, unser Herr kommt.

Wie sieht es im Himmel aus? Jesus hat den Himmel mit einem großen Festmahl verglichen. Dieser Vergleich wird in der folgenden Geschichte aufgegriffen.

“Ein Rabbi bat Gott einmal darum, den Himmel und die Hölle sehen zu dürfen. Gott erlaubte es ihm und gab ihm den Propheten Elia als Führer mit.
Elia führte den Rabbi zuerst in einen großen Raum, in dessen Mitte auf einem Feuer ein Topf mit einem köstlichen Gericht stand. Rundum saßen Leute mit langen Löffeln und schöpften alle aus dem Topf.
Aber die Leute sahen blass, mager und elend aus. Es herrschte eisige Stille. Denn die Stiele ihrer Löffel waren so lang, dass sie das herrliche Essen nicht in den Mund bringen konnten.

Als die beiden Besucher wieder draußen waren, fragte der Rabbi den Propheten, welch ein seltsamer Ort das gewesen sei. Es war die Hölle.

Darauf führte Elia den Rabbi in einen zweiten Raum, der genauso aussah wie der erste. In der Mitte brannte ein Feuer und kochte ein köstliches Essen. Leute saßen herum mit langen Löffeln in der Hand. Aber sie waren alle gut genährt, gesund und glücklich.
Sie unterhielten sich angeregt. Sie versuchten nicht, sich selbst zu füttern, sondern benutzten die langen Löffel, um sich gegenseitig zu essen zu geben. Dieser Raum war der Himmel.”

Zwischen Himmel und Hölle ist kein großer Unterschied, zumindest was die Ausstattung angeht. Weder hier auf der Erde, noch in der Ewigkeit.
Der Unterschied liegt an den Menschen.
Machen sie sich das Leben gegenseitig schwer oder unterstützen und helfen sie einander?

Himmelfahrt ist also nicht, dass Jesus ganz weit weggegangen ist. Himmelfahrt heißt, dass Jesus ganz nah ist, damit wir das leben können, was er uns vorgelebt hat.
Amen

Gebet
Jesus Christus, wir danken dir, dass du zum Himmel gefahren bist und uns zurückgelassen hast mit der Hoffnung auf die Vollendung dessen, was in unserem Leben und Glauben nicht zum Ziel gelangt.
Wir bitten dich: lass uns mitten im Alltag etwas erahnen von deiner Kraft und Herrlichkeit.
Stärke unseren Lebensmut und unsere Zuversicht, damit wir die schönen Dinge des Lebens wahrnehmen und genießen können.
Begleite in diesen Tagen alle diejenigen, die ihre Arbeit verloren haben und kein Geld verdienen können.
Begleite diejenigen, die niemanden haben, der sie unterstützt und ihnen unter die Arme greift.
Begleite diejenigen, die leiden unter ihrer Last und sich schwertun, Hilfe anzunehmen.

Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

Gott segne euch und behüte euch!
Gott lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig!
Gott erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch Frieden!
Amen

Predigt von Pastor Klaus van der Grijp für den Sonntag Exaudi 24. May 2020

Jeremia 31, 31 – 34

31 Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schließen,

32 nicht wie der Bund gewesen ist, den ich mit ihren Vätern schloss, als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus Ägyptenland zu führen, mein Bund, den sie gebrochen haben, ob ich gleich ihr Herr war, spricht der HERR;

33 sondern das soll der Bund sein, den ich mit dem Hause Israel schließen will nach dieser Zeit, spricht der HERR: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben, und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein.

34 Und es wird keiner den andern noch ein Bruder den andern lehren und sagen: “Erkenne den HERRN”, denn sie sollen mich alle erkennen, beide, Klein und Groß, spricht der HERR; denn ich will ihnen ihre Missetat vergeben und ihrer Sünde nimmermehr gedenken.

1.Korinther 11, 23 – 26

23 Denn ich habe von dem Herrn empfangen, was ich euch weitergegeben habe: Der Herr Jesus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot,

24 dankte und brach’s und sprach: Das ist mein Leib für euch; das tut zu meinem Gedächtnis.

25 Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut; das tut, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis.

26 Denn sooft ihr von diesem Brot esst und von dem Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.

Predigt

Es gibt im Leben eines Menschen gewisse Momente, wo man keinerlei Aussicht mehr hat. Alles worauf man seine Hoffnung gesetzt hatte ist zunichte geworden; man ergibt sich einem Gefühl tiefer Trauer.

Das bekannteste Beispiel in der Bibel ist der Prophet Jeremia. Wer hat nicht schon einmal das Buch seiner Klagelieder gelesen? Trotz aller prophetischen Warnungen ist die Stadt geplündert und verwüstet worden. Zum Trümmerhaufen ist sie geworden!

Der berühmte niederländische Mahler Rembrandt hat den alten Jeremia in erschüttender Weise abgebildet, wie er da sitzt auf den Ruinen seiner Stadt: sich auf dem linken Ellbogen lehnend unterstützt er das bärtige Kinn. Die Augen starren vor sich hin: er blickt vielleicht in sich selber hinein, oder in die Vergangenheit.

Was hat er nicht alles über sein Volk geweisssagt! Gute Chancen hat er ihnen gegeben. Er hat sie an die Verheissung Gottes für Israels Väter erinnert: “Gehorcht ihr meinem Wort, so will ich euer Gott sein und ihr sollt mein Volk sein” (Jer 7, 23). Aber nein! “Das Haus Israel und das Haus Juda haben meinen Bund gebrochen!” (Jer 11, 10)

“Alle, klein und gross, gieren nach ungerechtem Gewinn” (Jer 6, 13). “Die Sünde Judas ist gegraben auf die Tafeln ihres Herzens” (Jer 17, 1). “Wie soll ich dir denn gnädig sein?” spricht der Herr. Jawohl, da ist der Unwille: das Herz des Menschen, das immer wieder Gott widerstrebt. So hat Jeremia es zu seinem Leidwesen sagen müssen: “Es ist das Herz ein trotzig und verzagt Ding – wer kann es ergründen?” (Jer 17, 9).

Aber nun zeigt sich gerade bei dieser tiefen Sündenerkenntnis ein unerwarteter Ausweg. Wo der Mensch am Ende ist, da macht Gott einen neuen Anfang. Jahrelang hat Jeremia seinem Volk das Urteil Gottes verkünden müssen; aber dort, wo sich das Urteil schon vollzieht, dort auf den Schutthaufen des verwüsteten Jerusalems, bricht ein Lichtstrahl hervor.

Ob der Mahler Rembrandt sich dessen auch bewusst war, als er den trauernden Jeremia abbildete? Ich glaube: ja – denn Rembrandt kannte seine Bibel nur allzu gut. Jeremia blickte nicht nur in die Vergangenheit, sondern auch in die Zukunft.

“Siehe, es kommt die Zeit – so spricht der Herr – da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schliessen.” Es wir einen neuen Anfang geben, aber anders als dereinst, als Gott sie aus Ägypten befreite. Sie hätten damals auf seine Verordnungen hören sollen, haben es aber nicht getan und haben somit den Bund gebrochen.

Ja, aber nun gerade dieses unwillige Herz, dieses trotzige und verzagte Ding – das wird Gott verändern! “Ich will – so heisst es – mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben” (Jer 31, 31). Es wird kein Gesetz mehr von oben herunter geben, kein vertikales “du sollst”, wobei die Leute einander zum Gehorsam mahnen müssten.

Nein, in eurem eigenen Herzen wird die Liebe zu Gott aufblühen, es wird eure Freude sein, dem Herrn zu gehorchen. Es wird so sein wie es auch der Prophet Hesekiel, ein Zeitgenosse Jeremias, geweisssagt hat: “Ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist darin geben” (Hes 36, 26).

Wenn das geschieht, dann wird keine Sünde zwischen Gott und euch mehr im Wege stehn. Dazu prophezeit Jeremia dann auch die göttliche Verheissung: “Ich will ihnen ihre Missetat vergeben und ihrer Sünde nimmermehr gedenken” (Jer 31, 14).

Ja – wird das alles wirklich so sein? Es ist ein Prophetenwort, dass sich auf die Zukunft bezieht: “Siehe, es kommt die Zeit …” so haben wir gelesen. Und ein paar Verse später heisst es: “nach dieser Zeit.” Wann wird denn das sein? Diese Frage hat zu manchen Vermutungen geführt.

Der Bund, von dem Jeremia spricht, wird in der griechischen Übersetzung mit einem Wort wiedergegeben, das nebst “Bund” auch “Vermächtnis” oder “Testament” bedeuten kann. In den Evangelien wie auch im 1. Korintherbrief (11, 25) lesen wir, dass Jesus am letzen Abendmahl den Kelch nahm und sprach: “Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für viele vergossen wird.”

Solche Worte, kurz vor dem Tod des Erlösers gesprochen, sind doch eine letzte Willenserklärung, ein Vermächtnis, ein Testament? Als Martin Luther die Bibel übersetzte, zögerte er nicht und schrieb für den “neuen Bund”: das Neue Testament! In den revidierten Lutherübersetzungen steht wiederum: “der neue Bund”, so dass deutlich wird, das Jesus sich hier auf den Text von Jeremia bezieht.

Bleibt nun aber die Frage: Wenn Jeremia bei den Trümmern Jerusalems dem verzweifelten Volk vorhält, dass der Allmächtige “nach dieser Zeit” mit ihnen einen Neuanfang machen wird – bezieht er sich dann auf etwas, was erst fünf oder sechs Jahrhunderte später geschehen wird?

Können wir Christen mit Fug und Recht sagen: “Der neue Bund – das sind wir, das Volk des Neuen Testaments, und die Juden, soweit sie nicht an Christus glauben, bleiben mit einem alten, ja veralteten Bund zurück”? Ich glaube, das würde wohl auf ein ganz falsches Verständnis des alttestamentlichen Prophetentums deuten.

Die biblischen Propheten sprechen ihr Wort mitten in ihrer Zeit: das Wort der Ermahnung, das Strafwort, aber auch das Wort des Trostes und der Freude. In dieser Tradition steht der Prophet Jeremia, und dabei hat sich Jesus angeschlossen.

“Der Kelch des neuen Bundes in meinem Blut”: ein guter Versteher hört darin was auch Jeremia gemeint hat: “Mein Blut wird vergossen, aber gerade dann erneuert sich die Liebe Gottes, die alles Vorherige übertrifft und übersteigt.”

Fragen wir: Mit wem wird dieser neue Bund geschlossen? Jeremia lässt darüber keinen Zweifel bestehen: mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda! Und wir, die wir keine gebürtigen Juden sind, die wir aber von Herzen an Jesus Christus glauben – was ist denn mit uns?

Auch wir dürfen durch Gottes Gnade dem neuen Bund angehören: zwar nicht Stellvertretend für Israel, alsob das Volk Gottes einen Stellvertreter brauchte, aber als Zeugen von Gottes Handeln unter den Völkern in der ganzen Welt.

So dürfen auch wir uns Gottes Verheissung sagen lassen: “Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben. Sie sollen mein Volk sein und ich will ihr Gott sein.”

Auch wenn es in unserm Leben scheint alsob alles verloren ist, macht Gott einen Neuanfang. Nach Gründonnerstag und Karfreitag kommt wieder der Ostermorgen und bricht das grosse Licht hervor.

So können Juden und Christen beten mit den Worten des 51. Psalms: “Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz, und gib mir einen neuen, beständigen Geist. Verwirf mich nicht vor deinem Angesicht, und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir.” Das ist der Geist, den wir nächste Woche, zu Pfingsten, wiederum erwarten! Amen.

 

Gebet

Hilf den Menschen, dass sie erkennen was wichtig ist.
Bleibe bei den Menschen, die ihren Sinn im Leben verloren haben.
Stärke die Menschen, die sich zu schwach fühlen.

Begleite die Menschen, die sich ungeliebt und unbegleitet fühlen.
Beschütze die Menschen, die nicht wissen, wie sie satt werden, denen Lebensmittel fehlen oder Liebe.

Auch in unserem Land ist die Not in diesen Tagen groß. Viele sind in Schwierigkeiten und auf Hilfe angewiesen. Lass uns Mittel und Wege finden, um zu helfen.

 

Vater unser im Himmel.

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

 

Gott segne euch und behüte euch!

Gott lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig!

Gott erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch Frieden!

Amen

 

Predigt von Pastor Matthias Lasi für den Sonntag Kantate 10. May 2020

2. Chronik 5,2-14

2 Da versammelte Salomo alle Ältesten Israels, alle Häupter der Stämme und die Fürsten der Sippen Israels in Jerusalem, damit sie die Lade des Bundes des HERRN hinaufbrächten aus der Stadt Davids, das ist Zion.

3 Und es versammelten sich beim König alle Männer Israels zum Fest, das im siebenten Monat ist.

4 Und es kamen alle Ältesten Israels, und die Leviten hoben die Lade auf

5 und brachten sie hinauf samt der Stiftshütte und allem heiligen Gerät, das in der Stiftshütte war; es brachten sie hinauf die Priester und Leviten.

6 Aber der König Salomo und die ganze Gemeinde Israel, die bei ihm vor der Lade versammelt war, opferten Schafe und Rinder, so viel, dass es niemand zählen noch berechnen konnte.

7 So brachten die Priester die Lade des Bundes des HERRN an ihre Stätte, in den innersten Raum des Hauses, in das Allerheiligste, unter die Flügel der Cherubim,

8 dass die Cherubim ihre Flügel ausbreiteten über die Stätte der Lade. Und die Cherubim bedeckten die Lade und ihre Stangen von oben her.

9 Die Stangen aber waren so lang, dass man ihre Enden vor dem Allerheiligsten sah, aber von außen sah man sie nicht. Und sie war dort bis auf diesen Tag.

10 Und es war nichts in der Lade außer den zwei Tafeln, die Mose am Horeb hineingelegt hatte, die Tafeln des Bundes, den der HERR mit Israel geschlossen hatte, als sie aus Ägypten zogen.

11 Und die Priester gingen heraus aus dem Heiligtum – denn alle Priester, die sich eingefunden hatten, hatten sich geheiligt, ohne dass man auf die Abteilungen geachtet hätte -,

12 und alle Leviten, die Sänger waren, nämlich Asaf, Heman und Jedutun und ihre Söhne und Brüder, angetan mit feiner Leinwand, standen östlich vom Altar mit Zimbeln, Psaltern und Harfen und bei ihnen hundertzwanzig Priester, die mit Trompeten bliesen.

13 Und es war, als wäre es einer, der trompetete und sänge, als hörte man eine Stimme loben und danken dem HERRN. Und als sich die Stimme der Trompeten, Zimbeln und Saitenspiele erhob und man den HERRN lobte: “Er ist gütig, und seine Barmherzigkeit währt ewig”, da wurde das Haus erfüllt mit einer Wolke, als das Haus des HERRN,

14 sodass die Priester nicht zum Dienst hinzutreten konnten wegen der Wolke; denn die Herrlichkeit des HERRN erfüllte das Haus Gottes.

 

Predigt

Wir lesen von der Einweihung des 1. Tempels unter König Salomo.

Es ist vermutlich das Jahr 950 v. Christus, als der so genannte erste Tempel fertiggestellt und geweiht wurde. Im Jahr 587 v. Christus wurde er durch babylonische Truppen verwüstet und geplündert, um 515 v. Christus wurde der „Zweite Tempel“ errichtet, nach der Rückkehr des jüdischen Volkes aus dem babylonischen Exil. Im Jahr 70 n. Christus endet die Geschichte des Tempels mit der Zerstörung Jerusalems durch die Römer im Jüdisch-Römischen Krieg.

 

Der Ablauf der Einweihungszeremonie wird beschrieben und gleichzeitig wird mit der Beschreibung Theologie vermittelt.

Es war wohl das erste Mal, dass man in Israel ein festes Haus aus Steinen für Gott und den Gottesdienst gebaut hatte. Bisher konzentrierte sich Gottesdienst und Glaube auf die Stiftshütte, ein mobiles, großes Zelt, das schon die Israeliten bei der Wüstenwanderung begleitet hatte. Verständlich, dass man nur zur Einweihung des ersten Tempels einen großen Aufwand betrieb.

 

Aber was geht uns dieser alte Bericht von der Tempeleinweihung heute noch an?

Es gibt ein paar bemerkenswerte Beobachtungen an diesem schon 3000 Jahre zurückliegenden Ereignis.

 

Was macht eine Kirche zum Gotteshaus?

Bestimmte Gegenstände gehören als Mindestausstattung in eine Kirche:  Ein Kreuz, der Altar, Taufbecken, Bibel und Kerzen.

Natürlich kann man auch ohne diese Gegenstände Gottesdienst feiern. Viele aus unserer Gemeinde werden sich noch an die Zeit erinnern als man in improvisierten Räumen Gottesdienst feierte. Da war es für St. Katharina ein großer und wichtiger Schritt als man in die neu und wunderschön renovierte Kirche umziehen konnte. Auch damals hat man die Wiedereinweihung groß gefeiert.

 

Kreuz, Altar, Taufbecken, Bibel, Kerzen, kennzeichnen einen Raum als Gottesdienstraum. Damit ein Kirchengebäude zum Haus Gottes wird benötigt es Menschen. Wo Menschen sich versammeln, um Gott zu loben und um zu beten ist Gottesdienst. Man muss nicht einmal im selben Raum versammelt sein. Wir erleben das in diesen schwierigen Wochen. Auf der ganzen Welt versammeln sich Menschen übers Internet, um gemeinsam Gottesdienst zu feiern, Gott zu loben, zu beten, zu singen. Auch das ist lebendige Gemeinde, darauflegen wir großen Wert, denn Gemeinde Jesu Christi ist nicht an ein Haus gebunden.

 

Trotzdem schmerzt es, wenn wir uns nicht in der Kirche zu Gottesdienst und Abendmahl versammeln können.

Wir wissen nicht, wie lange dieser Zustand bleiben wird. Bevor nicht ein wirksames Medikament gegen das Virus gefunden ist, werden wir wohl nicht wieder Gottesdienst wie gewohnt feiern können.

 

Das Gebot der Nächstenliebe gebietet uns darauf zu achten, dass wir uns gegenseitig nicht leichtfertig der Ansteckungsgefahr aussetzen. Nach unserem evangelischen Verständnis ist auch ein Gottesdienst ohne Abendmahl ein vollwertiger Gottesdienst. Unser Gott bleibt uns treu, auch wenn wir keinen Wein und kein Brot im Abendmahl zu uns nehmen können.

 

Eine zweite bemerkenswerte Beobachtung:

Musik spielt im Gottesdienst eine große Rolle. Verschiedene Instrumente waren beteiligt: Zimbel, so etwas Ähnliches wie das Becken beim Schlagzeug, Harfen und Trompeten und natürlich Gesang.

Die Musik wird als Zeichen der Einigkeit dargestellt. Die Trompeter spielen wie ein einziger und der Gesang hört sich an wie mit einer Stimme.

 

Beim musikalischen Lob bezieht Gott das Heiligtum.

Bezeichnend ist, welche Textzeile die Gemeinde singt als Gottes Herrlichkeit das Haus erfüllt: “Er ist gütig, und seine Barmherzigkeit währt ewig”.

 

Güte und Barmherzigkeit, zwei Begriffe, die auf Gott angewendet zu einem geprägten Satz führen, der wörtlich übereinstimmend an unterschiedlichen Stellen im Alten Testament begegnet.

„Barmherzig und gnädig ist der HERR, geduldig und von großer Güte“, begegnet im Buch Exodus, in den Psalmen, im Buch Nehemia und beim Propheten Joel.

 

In vielen Erzählungen wird ausgeführt was Gottes Geduld, Barmherzigkeit und Güte bedeuten.

So fertigte Gott für Adam und Eva Felle, um sie nach dem Genuss des Verbotenen zu kleiden.

Als Kain seinen Bruder Abel erschlagen hatte und damit große Schuld auf sich geladen hatte, musste Kain mit den Konsequenzen leben. Gott schützte Kain trotzdem.

Ja, so gütig, barmherzig und gnädig ist Gott, dass er sogar mit sich handeln lässt. Sechs Mal versuchte Abraham, mit Gott zu handeln. Abraham erreichte, das Limit für Sodom und Gomorrha von fünfzig auf zehn Gerechte herunter zu handeln.

 

Barmherzig und gnädig ist der HERR, geduldig und von großer Güte findet schließlich das Ziel in Jesus Christus.

Jesus erfindet Geschichten, um Gottes Gnade und Barmherzigkeit anschaulich zu machen:

Vom Vater und seinen beiden Söhnen. Als der jüngere Sohn seinen Fehler erkennt und zurückkehrt nimmt ihn der Vater voll Freude auf.

Vom verlorenen und wiedergefunden Schaf.

Noch zum Verbrecher am Kreuz konnte Jesus sagen: „Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein.“

Und schließlich endet das letzte Buch der Bibel, die Offenbarung, mit dem Satz:

„Die Gnade des Herrn Jesus sei mit allen!“

 

Die Gnade des Herrn Jesus sei mit euch allen!

Gehen Sie gesegnet und behütet in die kommende Woche!

Amen

 

Gebet

 

Gütiger und barmherziger Gott, Dich wollen wir loben und preisen. Alles, in unserem Leben, haben wir dir zu verdanken. Unsere Erfolge, unsere Gesundheit, das Glück, die Liebe, die Freude wird danken dir dafür.

Nicht alle sind gesund, glücklich, voll Freude.

Wir bitten dich für alle, die anderen in Schwierigkeiten beistehen.

 

Vor allem in diesen Tagen denken wir an alle, die sich bei den Hilfs- und Rettungsdiensten und in Krankenhäusern einsetzen, um Leben zu retten. Sei bei ihnen, wenn sie sich um Hilflose, Kranke und Sterbende bemühen. Stärke sie, schenke ihnen Kraft und Mut, wo menschliche Möglichkeiten am Ende sind.

 

Wir bitten für alle Regierenden, die eine bisher nie dagewesen Krise bewältigen müssen.

Wir bitten für uns, damit wir rücksichtsvoll miteinander umgehen.

Stärke die Kranken, tröste die Trauernden.

Zu dir rufen wir: „Herr, erbarme dich!“

 

Vater unser im Himmel.

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 

Gott segne euch und behüte euch!

Gott lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig!

Gott erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch Frieden!

Amen

Predigt von Pastor Matthias Lasi für den Sonntag Jubilate 3. May 2020

Johannes 15,1-8

1 Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater der Weingärtner.

2 Eine jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, nimmt er weg; und eine jede, die Frucht bringt, reinigt er, dass sie mehr Frucht bringe.

3 Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe.

4 Bleibt in mir und ich in euch. Wie die Rebe keine Frucht bringen kann aus sich selbst, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht an mir bleibt.

5 Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun.

6 Wer nicht in mir bleibt, der wird weggeworfen wie eine Rebe und verdorrt, und man sammelt die Reben und wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen.

7 Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren.

8 Darin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und werdet meine Jünger.

 

Predigt

Liebe Gemeinde!

Thema der Predigt heute ist das Gleichnis vom Weinstock und den Reben. Ich bin mir ziemlich sicher, ihnen ist dieser Vergleich bekannt. Jesus sagt von sich: Ich bin der Weinstock und uns bezeichnet er als die Reben. Soweit so gut. Aber vielleicht geht es ihnen wie mir. Als ich den ganzen Abschnitt im Johannesevangelium nach langer Zeit wieder einmal gelesen habe, war ich überrascht, was noch alles dabeisteht.

 

 

Das Bild, das hier gemalt wird, ist schnell einzusehen. Der Weingärtner, der seinen Weinberg hegt und pflegt. Pfähle werden gesteckt, Rebstöcke festgebunden oder abgeschnitten. Sonne und Regen lassen die Trauben gedeihen. Aber dann erscheinen Sätze, die stören das Bild. Wir sollen merken: Allzu lange sollen wir nicht beim Bild bleiben. Bis in alle Einzelheiten lässt es sich nicht übertragen.

 

„Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun. Wer nicht in mir bleibt, der wird weggeworfen wie eine Rebe und verdorrt …“ Diese Verse erwecken den Eindruck, als fordere das Gleichnis auf zum Frucht bringen. Der erste Eindruck beim Lesen scheint, als solle man angetrieben werden zur Aktivität. Auf, los, Frucht bringen! So als wären wir die Weingärtner.

Aber Vorsicht: Was bewegt sich denn in diesem Weinberg? Als Weingärtner wird ausdrücklich Gott genannt und das gleich am Anfang.

 

Es scheint Jesus wichtig zu sein. Gott selber hegt und pflegt. Er hat die Arbeit im Weinberg. Sonst bewegt sich nichts außer den Blättern im Wind. Der erste Eindruck trügt also. Das Gleichnis fordert nicht auf zur Aktivität. Keine Leistung wird angemahnt. Frucht bringen ist zwar das Ziel, aber das zentrale, wichtige und immer wiederkehrende Wort im Predigttext „bleiben“ ist von beiden gesagt: „Wer in mir bleibt – und der, in dem ich bleibe, bringt viel Frucht.“

Bleiben ist ein nicht allzu aktiver Vorgang. Man bleibt, man geht nicht weg, man wechselt nicht.

 

Man bleibt beim christlichen Glauben aus den unterschiedlichsten Gründen. Angebote gibt es ja heutzutage genug, auch religiöse. Kaum eine Zeit vor uns war so informiert und hatte solche Vielfalt zu bieten in Punkto Religion wie die unsere. Man muss heute gut begründen können, warum man am christlichen Glauben festhält.

 

Ich denke ein guter Grund ist, dass man weiß, wo man herkommt und wie der Glaube Kraft gibt fürs Leben. Jede und jeder hat da eigene Erfahrungen in guten wie in schlechten Zeiten.

Ein anderer guter Grund ist, dass im christlichen Glauben großer Wert auf den einzelnen Menschen gelegt wird. Jeder einzelne Mensch ist wichtig aber gleichzeitig auch geborgen in der Gemeinschaft aller.

 

Das ist die eine Seite: Wir bleiben in ihm. Aber mit dem Bleiben ist eine Sache auf Gegenseitigkeit gemeint. Jesus bleibt in uns.

Wohl ist damit gemeint: Glaube ist nicht überall da, wo Menschen behaupten, im Glauben zu handeln.

 

Ich erinnere mich an das Video eines amerikanischen Predigers, der über eine halbe Stunde lang über das Coronavirus predigte, um dann schließlich zum Schluss zu behaupten: Präsident Trump sei die von Gott geschenkte Waffe gegen den Virus.

Leider versäumte er zu sagen, warum er gerade auf diese Idee kommt.

 

Ich denke auch an vielleicht gutgemeinte Warnungen, die derzeit kursieren und etwas verallgemeinert so lauten: Passt auf, die Corona-Krise wird von irgendwelchen Personen oder Organisationen missbraucht. Sie behaupten, sie hätten sichere Hinweise und verweisen auf die Bibel. Leider jedoch werden keine konkreten Dinge genannt und die genauen Bibelstellen bleiben diese selbst ernannten Warner auch schuldig. Was sie erreichten ist Angst, die erzeugen diese Warner.

 

Jesus tut gut daran, dass er auffordert: Bleibt in mir! Ich erkenne an keiner Stelle der Bibel, dass Jesus Angst macht vor der Zukunft. Im Gegenteil, Jesus fordert auf zur Wachsamkeit und zum Vertrauen. Vertrauen auf unseren Gott, der auch in den schwierigsten Zeiten mit seinen Geschöpfen ist und der niemanden wegen eines Fehlers ausschließen wird. Denken Sie nur an das Gleichnis vom Vater und seinen Söhnen. Als der jüngere Sohn seinen Fehler erkennt und zurückkehrt nimmt ihn der Vater voll Freude auf. Selbst zu dem einen Verbrecher am Kreuz sagt Jesus: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.

 

Bleiben – ich in ihm, er in mir, meint Glauben ohne Hintergedanken. Glauben ohne berechnendes Schielen auf einen Nutzen oder Vorteil.

Dann wird daraus Frucht wachsen.

Die Frucht, die Jesus meint, ist nicht immer sichtbar und für alle zu erkennen.

Manchmal jedoch kann man hier und dort ein Zeichen entdecken. Man kann sozusagen eine reife Beere unter den Blättern des Weinstocks hervorschimmern sehen.

 

Jemand sagt uns: Damals hast du mir sehr geholfen, oder: Nur dass du mir zugehört hast, hat mir Trost gegeben.

Auch wenn wir über ein zu Ende gegangenes Leben nachdenken, können wir entdecken, was Frucht bringen bedeutet. Jedoch, wir müssen immer daran denken: Frucht bei Gott kann in unseren Augen etwas sehr Unvollkommenes sein. Daran erinnert uns der biblische Satz: „Der Mensch sieht, was vor Augen ist, Gott aber sieht das Herz an.“

 

Die Frucht eines Lebens ist oft nicht der große Erfolg, nicht dass man viel bewegt hat. Sie besteht oft mehr aus dem, was man hat geben können, wie man hat helfen können und wie man ein gutes Herz hatte und ohne Hintergedanken glauben konnte. Diese Frucht wird genährt vom Weinstock. „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben.“ Amen.

 

Gebet

Unser Gott, auch wenn wir immer noch die Auswirkungen der Gefahr durch das Coronavirus erleben, danken wir dir für die wärmenden Sonnenstrahlen des Frühlings, für die Fürsorge lieber Menschen, für die Gewissenhaftigkeit mancher Mächtigen.

Wir danken dir für die Geschenke unseres Lebens, für deine Treue zu uns Menschen.

Wir bitten dich für die Menschen, die durch die Krise in Schwierigkeiten geraten sind.

Schenke uns Ideen und Möglichkeiten zu helfen.

Lass uns bei all den gegenwärtigen Problemen nicht vergessen, dass auch unsere Kinder und Enkel noch eine lebenswerte Erde vorfinden sollen.

Vor dich bringen wir, was uns freut und was uns schmerz, unsere Hoffnung und unsere Sehnsucht.

 

Vater unser im Himmel.

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 

Gott segne euch und behüte euch!

Gott lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig!

Gott erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch Frieden!

Amen