Predigt von Pastor Matthias Lasi am Fest der Himmelfahrt des Herrn 21. May 2020

Himmelfahrt

Apostelgeschichte 1,9-11
9 Und als Jesus das gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf, weg vor ihren Augen.
10 Und als sie ihm nachsahen, wie er gen Himmel fuhr, siehe, da standen bei ihnen zwei Männer in weißen Gewändern.
11 Die sagten: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und seht gen Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg gen Himmel aufgenommen wurde, wird so wiederkommen, wie ihr ihn habt gen Himmel fahren sehen.

Epheser 1, 20-23
20 Gott hat an Christus gewirkt, als er ihn von den Toten auferweckt hat und eingesetzt zu seiner Rechten im Himmel
21 über alle Reiche, Gewalt, Macht, Herrschaft und jeden Namen, der angerufen wird, nicht allein in dieser Welt, sondern auch in der zukünftigen.
22 Und alles hat er unter seine Füße getan und hat ihn gesetzt der Gemeinde zum Haupt über alles,
23 welche sein Leib ist, nämlich die Fülle dessen, der alles in allem erfüllt.

Predigt
Wo ist der Himmel? über uns ist richtig. Aber wenn wir so fragen, fragen wir eigentlich nach dem Ort, an dem Gott wohnt.

Wo wohnt Gott? Weil wir uns das so schwer vorstellen können, gibt es ein paar Bilder, die uns helfen, das zu begreifen. Ein Bild ist das von der Himmelfahrt Jesu aus der Apostelgeschichte. Ein anders finden wir im Epheserbrief: Jesus ist zu Gott zurückgekehrt und hat den Platz zur rechten Seite Gottes eingenommen.

Himmelfahrt Jesus heißt also: Jesus ist zu Gott zurückgekehrt.
Jetzt sitzt er zur Rechten Gottes. Er herrscht über die Welt. Er hat alles unter Kontrolle. Als Sinnbild für diese Welt stellen Sie sich einen Globus vor.

Der Globus, den es zur Zeit Jesus gegeben hätte, hätte ganz anders ausgesehen. Da hättest du Deutschland vergeblich gesucht. Da gab es das römische Weltreich und in der Ukraine vielleicht die Kosaken.

Wenn ich mir heute einen Globus kaufen würde, in spätestens zehn Jahren wäre er wieder veraltet. Deswegen drückt die Himmelfahrt einen sehr schönen Gedanken aus: Die Welt und der Globus ändert sich, aber der Himmel bleibt gleich. Die Länder und die Herrschaftsverhältnisse ändern sich laufend. Die Herrschaft Jesu Christi hat ewigen Bestand: Die Herren dieser Welt gehen, unser Herr kommt.

Wie sieht es im Himmel aus? Jesus hat den Himmel mit einem großen Festmahl verglichen. Dieser Vergleich wird in der folgenden Geschichte aufgegriffen.

“Ein Rabbi bat Gott einmal darum, den Himmel und die Hölle sehen zu dürfen. Gott erlaubte es ihm und gab ihm den Propheten Elia als Führer mit.
Elia führte den Rabbi zuerst in einen großen Raum, in dessen Mitte auf einem Feuer ein Topf mit einem köstlichen Gericht stand. Rundum saßen Leute mit langen Löffeln und schöpften alle aus dem Topf.
Aber die Leute sahen blass, mager und elend aus. Es herrschte eisige Stille. Denn die Stiele ihrer Löffel waren so lang, dass sie das herrliche Essen nicht in den Mund bringen konnten.

Als die beiden Besucher wieder draußen waren, fragte der Rabbi den Propheten, welch ein seltsamer Ort das gewesen sei. Es war die Hölle.

Darauf führte Elia den Rabbi in einen zweiten Raum, der genauso aussah wie der erste. In der Mitte brannte ein Feuer und kochte ein köstliches Essen. Leute saßen herum mit langen Löffeln in der Hand. Aber sie waren alle gut genährt, gesund und glücklich.
Sie unterhielten sich angeregt. Sie versuchten nicht, sich selbst zu füttern, sondern benutzten die langen Löffel, um sich gegenseitig zu essen zu geben. Dieser Raum war der Himmel.”

Zwischen Himmel und Hölle ist kein großer Unterschied, zumindest was die Ausstattung angeht. Weder hier auf der Erde, noch in der Ewigkeit.
Der Unterschied liegt an den Menschen.
Machen sie sich das Leben gegenseitig schwer oder unterstützen und helfen sie einander?

Himmelfahrt ist also nicht, dass Jesus ganz weit weggegangen ist. Himmelfahrt heißt, dass Jesus ganz nah ist, damit wir das leben können, was er uns vorgelebt hat.
Amen

Gebet
Jesus Christus, wir danken dir, dass du zum Himmel gefahren bist und uns zurückgelassen hast mit der Hoffnung auf die Vollendung dessen, was in unserem Leben und Glauben nicht zum Ziel gelangt.
Wir bitten dich: lass uns mitten im Alltag etwas erahnen von deiner Kraft und Herrlichkeit.
Stärke unseren Lebensmut und unsere Zuversicht, damit wir die schönen Dinge des Lebens wahrnehmen und genießen können.
Begleite in diesen Tagen alle diejenigen, die ihre Arbeit verloren haben und kein Geld verdienen können.
Begleite diejenigen, die niemanden haben, der sie unterstützt und ihnen unter die Arme greift.
Begleite diejenigen, die leiden unter ihrer Last und sich schwertun, Hilfe anzunehmen.

Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

Gott segne euch und behüte euch!
Gott lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig!
Gott erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch Frieden!
Amen