Predigt von Pastor Matthias Lasi für den 17. Sonntag nach Trinitatis, 04. October 2020

Liebe Gemeinde,
was haben Sie wohl mit der Zahl auf ihrem Los gewonnen? Was wird es wohl sein? Hier unter der Decke liegen die Gewinne. Aber reicht es auch für alle? Hoffentlich hat man genügend Gewinne vorbereitet!

Sorget nicht, sagt Jesus. Er nennt Nahrung und Kleidung als Grund zur Sorge. Solche Sorgen betreffen die Lebensgrundlage und führen letztlich zu der Frage: Habe ich morgen noch genug zum Leben?

Jesus nutzt diese Frage, um deutlich zu machen, welchen großen Wert wir Menschen in Gottes Augen haben. Wenn Gott die schönen Blumen so wunderbar blühen lässt, warum sollte ihm dann unser Wohl nicht wichtig sein?

Dabei benutzt Jesus eine deutliche Logik, um auf darauf hinzuweisen, wie wenige Dinge wir Menschen wirklich beeinflussen können, weder die Körpergröße, noch die Lebenslänge und ich füge hinzu, den Erfolg unserer Arbeitsmühe, die Freiheit in unserem Land. Das alles lässt sich nur begingt oder überhaupt nicht beeinflussen.
Damit lädt Jesus zum Vertrauen ein. Vertraut Gott und lasst euch nicht von den Sorgen bestimmen.

Sorgen ums Überleben müssten nicht sein, wenn diejenigen, die Möglichkeiten haben auf die achten, welche keine Möglichkeiten haben, um vorzusorgen. Mit seinem „Sorget nicht“, wendet sich Jesus nicht gegen die Verantwortung, die wir füreinander haben.

Gerade in unseren Tagen ist es wichtig hier zu unterscheiden zwischen sich Sorgen machen und Verantwortung ernst nehmen. Gerade während der Coronakrise müssen wir in Verantwortung aufeinander achten. Inzwischen kenne ich Menschen persönlich, die an Corona erkrankt waren. Sie berichten nichts Angenehmes. Das mahnt mich vorsichtig zu sein und verantwortlich zu handeln. Und ich denke, das ist im Sinn von Jesus.

Nirgends in der Bibel wird Reichtum schlecht gemacht. Aber immer wieder wird betont, dass Reichtum immer Verantwortung mit sich bringt. Würden alle diese Verantwortung ernst nehmen, müsste sich niemand Sorgen machen.
Amen